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Das Schultergelenk

Schulter


Tendinitis calcarea (engl. Cacific Tendonitis) wird auch als Schulterkalk, Schulterverkalkung oder Verkalkungen der Rotatorenmanschette bezeichnet. Es ist ein Kalkdepot das sich zwischen der Rotatorenmanschette und dem Schulterdach auf den Sehnen ablagert. Die Gewebe um diese Ablagerungen sind entzündet und verursachen einen Schulterschmerz.

Ausgelöst durch ein Impingement-Syndrom oder spontan können Verkalkungen in den Sehnen der Rotatorenmanschette auftreten. Bei großer Ausdehnung und lokaler Entzündungsreaktionen führt dies zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen und nächtlichen Schmerzen im Schultergelenk.

Spontan auftretende Verkalkungen bilden sich häufig im Laufe eines Jahres unter Krankengymnastik und entzündungshemmender Medikation ohne weitere operative Maßnahme zurück.

Bei chronischen Verläufen können die Verkalkungsherde arthroskopisch entfernt oder eröffnet werden.
  Schulter Verkalkung
     

     

Ursachen
Warum entwickelte ich Tendinitis calcarea?

Niemand weiß warum und wodurch eine Tendinitis calcarea ursächlich bedingt ist. Wahrscheinlich spielen degenerative Vorgänge im Rahmen der Abnutzung der Strukturen im Bereich des Schultergelenkes eine wesentliche Rolle die letztendlich zu Kalkeinlagerungen in den tätigen Strukturen, insbesondere im Bereich der Sehne und Teilen der Rotatorenmanschette führt.

  Um hier eine verminderte Sauerstoffversorgung des Sehnengewebes oder eine höhere Druckbelastung der Sehnen zu Calciumeinlagerungen führt ist nicht bekannt und wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen.

Reagierende Kalkbildung ist ein noch größeres Geheimnis aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht. Die Art der Kalkbildung tritt vorwiegend bei  jüngeren Patienten auf und scheint, in vielen Fällen selbst wieder zu verschwinden.

     

     
Diagnose
Viele Schulterprobleme sind eng an das Lebensalter des Patienten, ausgeübte Sportarten oder berufliche Aktivitäten gebunden. Aus diesem Grund muss vor der gründlichen Untersuchung eines Patienten eine sorgfältige und gezielte Anamnese erhoben werden. Für die Stellung der richtigen Diagnose ist es von besonderer Bedeutung für den untersuchenden Arzt zu wissen, ob der Schmerzzustand akut aufgetreten ist, oder er sich langsam entwickelt hat. Des weiteren ist von Bedeutung, ob ein akutes Unfalleereignis stattgefunden hat oder ob schon in der Vergangenheit Verletzungen im Bereich des Schultergelenkes stattgefunden haben. Ein äußerst wichtiger Punkt für den untersuchenden Arzt ist die Unterscheidung, ob die Beschwerden von der Halswirbelsäule  oder tatsächlich vom Schultergelenk ausgehen von besonderer Bedeutung. Deshalb ist im Rahmen der Diagnostik der Feststellung einer Schultergelenkerkrankung immer die Abklärung der Halswirbelsäule von besonderer Bedeutung um zumindest eine zusätzliche Erkrankung festzustellen oder auszuschließen. Zur klinischen Untersuchung sind zusätzlich technische Untersuchungen
  unabdingbar. Von Bedeutung hierbei ist die normale Röntgenaufnahme des Schultergelenkes, hier kann in der Regel das Kalkdepot nachgewiesen werden. Des weiteren ist von besonderer Bedeutung die sonografische Untersuchung des Schultergelenkes, da im Rahmen dieser Untersuchung das Schultergelenk unter Bewegung untersucht werden kann und hier eine eindeutige Aussage über den Zustand der Rotatorenmanschette gemacht werden kann. Des weiteren lässt sich das Kalkdepot sonografisch darstellen. Sollten noch zusätzliche Informationen für den behandelnden Arzt erforderlich sein um darüber zu entscheiden, ob eine nichtoperative oder operative Therapie eingeleitet werden soll, ist eine kernspintomografische Untersuchung erforderlich.

Hierbei können die einzelnen Strukturen des Schultergelenkes im Einzelnen exakt dargestellt werden sowie auch in ihrem Verhältnis zueinander.
     

     

Behandlung

Konservative Behandlung
Erstes Ziel ihres Doktors ist, ihre Schmerzen deutlich zu vermindern, um wiederum eine bessere Funktionsfähigkeit des Schultergelenkes zu erreichen. Es erfolgt deshalb eine Therapie mit antiinflammatorischen Medikamenten wie z.B. nichtsteroidale Antirheumatika, die den Reizzustand der bestehenden Schwellung deutlich reduzieren und hierdurch zu einer Schmerzminderung führen. Des weiteren ist eine Erweiterung des subacromialen Raumes erforderlich, was durch eine Traktionsbehandlung mit Manschetten mit entsprechenden Gewichten, die am Oberarm angebracht werden, erreicht werden kann. Zusätzlich ist nach Reduktion der Schmerzen eine intensive physio-therapeutische Behandlung einzuleiten und durchzuführen. Sollte hierdurch noch keine wesentliche Befundbesserung erreicht werden, so kann zusätzlich noch Cortison unter das Schulterdach eingespritzt werden.

Eine hervorragende Behandlung für Tendinitis calcarea die keine wesentlichen Nebenwirkungen aufweist ist die Stoßwellentherapie. Die Stoßwellentherapie wird deshalb nicht generell durchgeführt, da sie leider seit einigen Jahren von den Krankenkassen nicht mehr bezahlt wird, so dass von dieser schmerzfreien und

 

sehr effektiven Therapie vorwiegend Patienten, die Privat versichert sind profitieren, da die Privatversicherungen im Gegensatz zur gesetzlichen Versicherung den Vorteil der Stoßwellentherapie erkannt haben und diese bezahlen.

Versucht werden kann die so genannte Stichelung. Darunter versteht man, dass unter Röntgenkontrolle mit dicken Nadeln das Kalkdepot zerkleinert wird, so dass die zerkleinerten Anteile des Kalkdepots dann allmählich über das Immunsystem sowie über die Lymphgefäße abtransportiert werden können.

Von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der nicht operativen Therapie ist immer die begleitende physio-therapeutische Behandlung, die in intensiver Form durchgeführt werden muss. Dauer der Behandlung wie o.g. erstreckt sich auf Minimum 6-12 Wochen.

Wenn der Schmerz und die Einschränkung bzw. der Verlust des Bewegungsausmaßes im Schultergelenk durch die nicht operative Therapie keine Besserung erfährt, so ist eine operative Therapie einzuleiten.

     

     

Chirurgie

Die meisten Operationen zum Beheben der Tendinitis calcarea sind operative Verfahren die in minimal-invasiver Form d.h. Arthroskopisch durchgeführt werden.

Das Arthroskop ist eine spezielle Fernsehapparatkamera, die zunächst in das Schultergelenk durch einen kleinen Schnitt in der Haut eingesetzt werden kann. Es werden weitere, insgesamt 2-3 kleine Schnitte angelegt. Mit der eingeführten Kamera kann man nun zunächst das Schultergelenk auf einem Bildschirm darstellen, über die anderen Schnitte werden die Arbeitsgeräte eingeführt mit Hilde deren, sämtliche operativen Vorgänge, die erforderlich sind durch den intraoperativ erhobenen Befund durchgeführt werden können. Anschließend wird die Kamera unter dem Schulterdach positioniert und das Kalkdepot dargestellt. Nun wird mit entsprechenden Instrumenten, wie z.B. mit einem Fräser das Kalkdepot ausgefräst.

  Hierbei ist jedoch ganz streng darauf zu achten, dass keine weitere Schädigung der Rotatorenmanschette stattfindet. Um den Raum des Schultergelenkes insgesamt zu erweitern wird zusätzlich noch der Knochen des Schulterdaches  mit einer Fräse abgefräst, so dass hier zusätzlich Raum geschaffen wird. Dabei ist jedoch streng darauf zu achten, das Schulterdach nicht so auszudünnen, dass es anschl. instabil ist und es zu einer Fraktur sprich zu einem Knochenbruch kommt.

In den seltenen Fällen ist eine Eröffnung des Schultergelenkes notwendig. Nach Anlegung eines Schnittes und Durchtrennung der entsprechenden Gewebsschichten kommt es zur Darstellung der Rotatorenmanschette mit der Kalkeinlagerung und die entsprechende Sehne. Die Kalkeinlagerung wird nun so ausgeschält, dass so wenig wie möglich vom Sehnengewebe beschädigt wird, der Defekt im Sehnengewebe wird anschl. mit einer Naht verschlossen.
     

     

Rehabilitation

Sowohl bei der nicht operativen als auch bei der operativen Therapie ist im Anschluss eine intensive physio-therapeutische Behandlung dringend erforderlich. Nach der Operation erfolgt zunächst eine Ruhigstellung des Schultergelenkes über 3-6 Tage in Abhängigkeit der operativen Therapie.

Von besonderer Bedeutung ist, die Muskulatur der Rotatorenmanschette durch die physio-therapeutische Behandlung zu stärken, da diese Muskeln helfen das Schultergelenk insgesamt zu stabilisieren. Verstärkung dieser Muskeln kann den Druck auf das noch vorhandene Kalkdepot bei nichtoperativen Therapien verringern und dadurch zu einer Schmerzreduktion führen.

  Um die eingeleitete Therapie zu einem Erfolg zu führen ist es für den Therapeuten auch von besonderer Bedeutung die von ihnen durchgeführte berufliche Tätigkeit genauestens zu kennen. Tätigkeiten die einer Hebung des Armes von 90° im Schultergelenk ständig ausgeführt werden müssen, oder Tätigkeiten Überkopf sind in der Zeit der Regenerationsphase unbedingt zu unterlassen, da diese Tätigkeiten eine besondere Belastung des subacromialen Raumes darstellen.
     
Orthopod    
Letzte Änderung: Administrator am 01.11.2017 Erstellt: Dr. Olivieri am 18.12.2012